Archiv für August 2010

MAI-Tagung in Nürnberg: Beiträge online!

Donnerstag, 26. August 2010

Eine Tagung in Nürnberg hat sich im Mai dem Thema Museums and the Internet angenommen. Inzwischen sind fast alle Beiträge online einsehbar. Die dieses Jahr zum 10. Mal stattfindende Tagung bot einen breitgefächerten Überblick über den – meist deutschsprachigen – Stand der Dinge. Ein grosser Teil der Vorträge beschäftigte sich mit den Chancen aber auch Problemen digitaler Sammlungserschliessungen wie z. B. dem Marburger Bildarchiv oder der Europeana. Stark partizipativen Charakter im Umgang mit Sammlung und Ausstellung zeigten zwei eher kleine Museen auf: Das virtuelle Museum “Haller Zeiträume“, das ein 1925 abgerissenes Haus “bewohnt” und an Hand von Objekten, die meist von BürgerInnen zur Verfügung gestellt wurden, grosse Weltgeschichten im Kleinen thematisiert. Und das Leipziger Stadtgeschichtliche Museum, das nicht nur, aber auch, die Dinge im Netz veröffentlicht, die es nicht mehr besitzt – und dank spitzfindiger BesucherInnen das eine oder andere Objekt wieder ausfindig machen konnte. Mit dem Ausstellen des Nicht-Ausstellbaren beschäftigt sich auch das Jüdische Museum Berlin, das – neben einem grossen Programm für BesucherInnen – in Online-Schaukästen das bespricht, was sie nicht zeigen – was nicht nur einen feinfühligen Umgang mit den Exponaten, sondern auch einen stark selbstreflexiven in Bezug auf die Autorschaft des Museum aufweist. Insbesondere hier wurden auch die Probleme von social web Medien offensichtlich: Nicht alles, was in Blogs, auf Freundschaftsseiten oder über Tags an das Museum herangetragen wird, kann und möchte von diesem öffentlich publiziert werden. Tags im positiven Sinne wurden dahingegen bei ARTigo angesprochen. Dabei handelt es sich um ein Spiel, das Bilder der kunsthistorischen Datenbank der Uni München zur Verschlagwortung bereit hält – zwei gleich vergebene Schlagworte bekommen Punkte und werden in die Datenbank eingepeist (und Highscores werden zusätzlich belohnt *)). Die Bandbreite ist enorm, die Unterschiede zwischen den einzelnen Häusern auch – einig war man sich wohl vor allem darüber, dass es keinen allgemein gültigen Masterplan für den Einsatz von web 2.0-tools gibt – die Bedürfnisse und auch die Kapazitäten der verschiedenen Häuser sind dann doch zu unterschiedlich. Anyway: Ich bin gespannt, was die nächsten Tagungen an spannenden und nachahmenswerten Ideen so bringen und werde weiter berichten … !

The audience is the message – but: The audience creates its own stuff!

Donnerstag, 19. August 2010

The audience is the message
Welche Bedeutung hat Social Media für Kunst und Kultur? Wie positionieren sich Kulturakteure erfolgreich in sozialen Netzwerken? Diese und andere brisante Themen diskutieren KulturmanagerInnen und Kulturschaffende auf der Fachtagung „The Audience is the Message“. Weitere Informationen dazu hier!

Buenzli 19
Eine Demoparty lässt vom 20. bis zum 22. August Spieler, Designer, Musiker von digitaler Kunst mit- und gegeneinander antreten – und wird vor allem auch eine Möglichkeit sein, das analoge social web auszubauen! Der Event findet in Winterthur statt. Weitere Informationen dazu hier!

Eine Frage des Urheberrechtes?

Montag, 16. August 2010

Die letzen Kommentare aufgreifend, möchte ich gerne eine kurze Diskussion starten zum Thema Urheberrecht – bzw. warum es teilweise so schwierig scheint, Inhalte öffentlich zu verhandeln. Das hat, geht es um Bilder, Texte und Audiodaten, sicherlich einerseits mit dem Urheberrecht zu tun. Vor kurzem hörte ich von einem Naturwissenschaftler, dass es dort immer üblicher wird, Forschungsergebnisse sofort oder zumindest ziemlich schnell online zu stellen. Zum einen, um sie der weiteren Bearbeitung zur Verfügung zu stellen, zum anderen aber auch, weil durch das Internet deutlich schneller als über Printmedien die Urheberschaft an den Ergebnissen kommuniziert werden kann – es ist ja nicht so, dass das Urheberrecht verloren geht, nur weil die Inhalte publiziert sind. Das war bei den Printmedien nicht der Fall und ist es auch online nicht. Vielleicht ist das einfacher, werden keine Verwertungsgebühren berechnet, aber wie sich ja vor allem auch im Audio-Bereich gezeigt hat, nutzt es wohl wenig, sich daran festzuklammern und die User entscheiden schlussendlich doch um gängige Verwertungswege herum. Offensichtlich bedarf es Wege, den monetären Ausgleich anderweitig zu suchen …
Meiner Meinung spielen jedoch noch andere Aspekte mit rein, wenn es darum geht, museale Inhalte weiterhin im Elfenbeintum zu behalten. Spielt dort nicht auch immer eine gewisse Überzeugung von Expertentum mit rein, von dem Eindruck, die Objekte und die damit verbundenen Inhalte gehörten einzelnen Häusern? Und auch von einer gewissen Fertigkeit der Inhalte?
Sabria David hat dazu auf der letzten stART-conference – sich auf den Prozess der “Verfertigung eines Gedankens” von Heinrich Kleist berufend – die erweiterte Idee des offenen Kunstwerkes vertreten: “Was entsteht, ist keine letzte Wahrheit mehr. Es wird wahrer, je mehr sich daran beteiligen. Es überholt sich. Es schreibt sich fort. Es lebt tatsächlich.”

Eine erste Idee

Montag, 9. August 2010

Ausgehend von den von Carmen Mörsch u.a. entwickelten vier Funktionen der Vermittlungsarbeit in Museen und Ausstellungsinstitutionen möchte ich in meiner Masterthesis verschiedene Tools im web 2.0 untersuchen und auf ihre jeweiligen Funktionen hin untersuchen.

Besonderen Augenmerk möchte ich in der Arbeit auf die Frage legen, ob sich durch die Partizipation von BesucherInnen die museumseigenen Inhalte beeinflussen lassen oder wie sich die Position von Museen als Bewahrer nicht nur von Objekten und Traditionen sondern auch von Wissen auf den nahezu uneingeschränkten Wissenstransfer im Web einstellen kann.

Momentan recherchiere ich Tools im web 2.0, die zu Vermittlungszwecken von musealer Seite aus eingesetzt werden. Hinweise auf museale Vermittlungsangebote im Netz sind äussert willkommen!

Museale Vermittlung und social media

Montag, 9. August 2010

So, jetzt habe ich – nicht unbedingt technikfeindliches, aber virtuelle communities doch eher skeptisch betrachtendes Wesen – neben einem Facebookauftritt auch einen Blog. Mit dem Ziel, meine Masterarbeit zum Thema “Museale Vermittlung und social media” öffentlich zu erarbeiten, sie der Kritik und der Hinterfragung zu stellen, vielleicht verschiedene Inputs zu kriegen und den Diskurs, der an verschiedenen Ecken und Enden zu dem Thema geführt wird, auch hier weiterzuführen.
Schon lange im Kopf brauchte das schlussendliche Erstellen des Blogs einer Initialzündung, die heute morgen per mail in mein Postfach flatterte: Ein Angebot für eine Studentenvergünstigung für die stART-conference Anfang September in Duisberg – um die Studierenden, die sich alle mehr oder weniger mit ähnlichen Themen beschäftigen, miteinander zu vernetzen. Da ich leider nicht in Duisberg dabei sein kann, erhoffe ich mir mit meinem kleinen, feinen Blog als erstes vielleicht ein paar Feedbacks und Rückmeldungen von Leuten, die hingehen können!?!