Archiv für Juli 2011

Trotzdem: Der Versuch einer Systematisierung von Web 2.0 Tools für die Vermittlung

Sonntag, 17. Juli 2011

Entgegen meiner in der Masterarbeit Mehr Partizipation durch Social Media? Museale Vermittlung und das Partizipative Web vertretenen Meinung, dass „nicht die Form, sondern der Inhalt [...] aus­schlaggebend“ ist, versuche ich mich im Folgenden dennoch an einer Art Systematik, um die vielen Tools, die auf dem Markt sind, die unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen und für äus­sert verschiedene Zwecke eingesetzt werden, auf ihre Eignung als Medien der musealen Vermitt­lung hin zu prüfen.

Ich stelle einen ersten Entwurf hier zur Diskussion und würde mich sehr über Kommentare, Kritik, Beiträge sowie natürlich Vorschläge zur Zusammenarbeit freuen!

P.S.: Das ist alles noch sehr rudimentär, inhaltlich wie auch gestalterisch. Es ging mir mehr darum, eine Visualisierung zu versuchen, um Museumsleute auf den vielfältigen Einsatz aufmerksam machen zu können. Ausserdem kann man so schön sehen, wo noch Handlungsbedarf besteht!

E-Partizipation

Freitag, 15. Juli 2011

(Vielleicht) als Antwort auf S21 versucht die Stadt Ulm, die Planung und Konzeption ihres neuen Bahnhofs im Vorfeld mit der Bevölkerung gemeinsam zu entwickeln. Das Forum citybahnhof ulm stellt die Konzepte zur Umgestaltung des Bahnhofs vor und lädt die Bürger und Bürgerinnen ein, sich aktiv und inhaltlich an der Diskussion zu beteiligen. Vom Wunsch nach Barrierefreiheit über Überlegungen, Strassenzüge tiefer zu legen oder den Busbahnhof zu verlegen sind seit dem 05. Juli 37 Bürgervorschläge eingegangen, die von vier ModeratorInnen begleitet und kommentiert werden. Es wird die Plattform demos genutzt, die neben Diskussionsforen auch Platz für Wikis und Umfagen bietet. Sind Schnittstellen zu bilden zwischen Stadtplanern und Museen, resp. dem Kultursektor? Welche Angebote können von uns übernommen werden? Im Web 2.0 gibt es inzwischen weitere, vielfältige Tools, die diese Funktionen erfüllen – meist jedoch ohne oder nur mit einer beschränkten Möglichkeit, das hauseigene CC zu bewahren. Aber: Braucht es das überhaupt noch oder werden Diskussionen über den öffentlichen Raum auch ohne direkte, auch grafische Rückbindung an eine Institution wahr- und ernst genommen?

X-Positionen

Samstag, 2. Juli 2011

Eine Tagung im Stapferhaus zu “Häuser der Gegenwart und ihr partizipatorischer Ansatz” führte unterschiedlichste Positionen, Beispiele und Ansätze zum Thema Partizipation zusammen. Eine erste Zusammenfassung wurde bereits von Axel Vogelsang auf dem audience+-Blog vorgestellt. Ich beschränke mich von demher darauf, kurz meinen eigenen Themeninput vorzustellen und das Thesenpapier zur Tagung X-Positionen bereit zu stellen.

Ich konnte einzelne Aspekte meiner Masterthese vorstellen und beschränkte mich auf Medienkompetenz, Partizipation und Wertschätzung. Immer wieder kam das Thema im Laufe der Tagung darauf, wie sich ein Museum den partizipierenden BesucherInnen gegenüber verhält resp. erkenntlich zeigt. Gute Ideen fehlen meiner Meinung nach in diesem Bereich immer noch.

Ein AHA-Erlebnis schien mir die Erleichterung mancher Museums-Leute, dass der Einsatz von Social Media nicht zwangsweise neue Besuchergruppen erreichen MUSS, sondern auch vorwiegend als Ausweitung des Museums in den virtuellen Raum betrachtet werden kann – mit neuen Räumen, Medien und Orten zum Bespielen – ohne krampfhaft Besucherzahlen messen zu müssen. Einig war man sich darin, dass es auch dafür konkreter Konzepte bedarf – Inhaltskonzepte verbunden mit Vermittlungs- und Gestaltungkonzepten.

Interdisziplinarität innerhalb der Häuser schien mir ein recht wichtiges Thema, das immer wieder aufkam: Ein Social-Media-Konzept kann immer nur Spiegel vorherrschender Verhältnisse innerhalb eines Hauses sein – Vielstimmigkeit ist auch dort nur möglich, wenn sie auch in der Museumsstruktur verortet werden kann.

Der potentiellen Ansprache neuer Besuchergruppen stand man skeptisch gegenüber – warum sollten sich Menschen, die sowieso nicht in ein Museum gehen, durch einen Facebook-Auftritt dazu verlocken lassen? Konkretere Informationen auch zum Aufwand spezifisch eine FB-Auftritts lassen sich dem Blog von Sebastian Hartmann entnehmen.

Das Thema Medienkompetenz und Accessibility schien noch zu weit weg zu sein: Mit der Vermittlung von Medienkompetenz sind nicht Basic-Programme im Bedienen von Computern gemeint, sondern spezifische Kenntnisse im Umgang einzelner Tool. Doch bis dahin ist der Weg wohl noch etwas weiter – vielen Museen scheint ein Beginn mit Facebook und Co. ausreichend – Medienkompetenz der BesucherInnen sollte in diesem Fall vorraussetzbar sein.

Zwei spannende, intensive Tage! Ich danke nochmals ganz herzlich dem ganzen Team vom Stapferhaus für die Organisation und die Gastfreundschaft und bin gespannt, wie das Thema auch auf dem Blog zum Partizipativen Museum weiterverhandelt wird!