MAI-Tagung in Nürnberg: Beiträge online!
Eine Tagung in Nürnberg hat sich im Mai dem Thema Museums and the Internet angenommen. Inzwischen sind fast alle Beiträge online einsehbar. Die dieses Jahr zum 10. Mal stattfindende Tagung bot einen breitgefächerten Überblick über den – meist deutschsprachigen – Stand der Dinge. Ein grosser Teil der Vorträge beschäftigte sich mit den Chancen aber auch Problemen digitaler Sammlungserschliessungen wie z. B. dem Marburger Bildarchiv oder der Europeana. Stark partizipativen Charakter im Umgang mit Sammlung und Ausstellung zeigten zwei eher kleine Museen auf: Das virtuelle Museum “Haller Zeiträume“, das ein 1925 abgerissenes Haus “bewohnt” und an Hand von Objekten, die meist von BürgerInnen zur Verfügung gestellt wurden, grosse Weltgeschichten im Kleinen thematisiert. Und das Leipziger Stadtgeschichtliche Museum, das nicht nur, aber auch, die Dinge im Netz veröffentlicht, die es nicht mehr besitzt – und dank spitzfindiger BesucherInnen das eine oder andere Objekt wieder ausfindig machen konnte. Mit dem Ausstellen des Nicht-Ausstellbaren beschäftigt sich auch das Jüdische Museum Berlin, das – neben einem grossen Programm für BesucherInnen – in Online-Schaukästen das bespricht, was sie nicht zeigen – was nicht nur einen feinfühligen Umgang mit den Exponaten, sondern auch einen stark selbstreflexiven in Bezug auf die Autorschaft des Museum aufweist. Insbesondere hier wurden auch die Probleme von social web Medien offensichtlich: Nicht alles, was in Blogs, auf Freundschaftsseiten oder über Tags an das Museum herangetragen wird, kann und möchte von diesem öffentlich publiziert werden. Tags im positiven Sinne wurden dahingegen bei ARTigo angesprochen. Dabei handelt es sich um ein Spiel, das Bilder der kunsthistorischen Datenbank der Uni München zur Verschlagwortung bereit hält – zwei gleich vergebene Schlagworte bekommen Punkte und werden in die Datenbank eingepeist (und Highscores werden zusätzlich belohnt *)). Die Bandbreite ist enorm, die Unterschiede zwischen den einzelnen Häusern auch – einig war man sich wohl vor allem darüber, dass es keinen allgemein gültigen Masterplan für den Einsatz von web 2.0-tools gibt – die Bedürfnisse und auch die Kapazitäten der verschiedenen Häuser sind dann doch zu unterschiedlich. Anyway: Ich bin gespannt, was die nächsten Tagungen an spannenden und nachahmenswerten Ideen so bringen und werde weiter berichten … !
Schlagworte: Autorschaft, Museen, Partizipation, Tagung, Vermittlung, Vermittlungstools
28. August 2010 um 14:02 Uhr
Danke, Bettina für die schöne Zusammenfassung. Wir waren letztes Jahr da, haben es dieses Jahr aber nicht geschafft. Ich hoffe allerdings, dass wir Dich, was den Masterplan angeht, zumindest teilweise widerlegen können. Wir möchten im Rahmen von Audience+ im nächsten Frühjahr eine Guideline für Museen zum Einstieg in Social Media vorlegen. Allerdings gebe ich Dir Recht, dass Strategien immer auch massgeschneiderte Lösungen sein müssen.