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Centro Giacometti

Samstag, 17. Dezember 2011

Das Centro Giacometti, das Kulturzentrum im Bergell, das sich den Künstlern der Familie Giacometti widmen wird, sucht durch eine “Bregipedia” Bergeller Geschichten sowie konkrete Ideen und Vorschläge für die Realisierung des Zentrums. Diese können nach Registrierung online eingegeben werden – leider können sie nicht kommentiert werden und es steht auch keine Übersetzung zur Verfügung (verständlicherweise einerseits, aber doch acuh schade – zumindest für mich *)). Dennoch ein äussert spannendes Projekt (nicht nur, weil ich das Bergell liebe und die Arbeiten der Giacomettis schätze), das ich gerne weiterverfolgen und hier hin und wieder den aktuellen Stand wiedergeben werde. Insbesondere natürlich, wenn es darum geht, zu sehen, wie die Ideen und Geschichten tatsächlich in die Konzeption einfliessen. Oder ob sich tatsächlich eine Wikipedia des Bergells entwickelt? Vielleicht gibt es jemanden vom Projekt, der auf diesen Post reagiert und uns weitere Infos darüber gibt? Zum Beispiel: Wie werden die Menschen erreicht, die Ideen oder Geschichten eingeben sollen? Wie ist der Rücklauf? Wer beteiligt sich?

Deerfield

Sonntag, 20. Februar 2011

Die Geschichte eines kleinen Ortes in Nordamerika – aus fünf Perspektiven dargestellt in einer Online-Ausstellung, die zwar schon einige Jahre auf dem Buckel hat aber nichtsdestotrotz ein sehenswertes und spannendes Projekt ist. Auf der Startseite hat man die Möglichkeit, sich dem Konflikt zwischen den kolonisierenden Ländern England und Frankreich und den kolonisierten Gruppierungen der Kanienkehaka, der Wendat und der Wôbanaki unterschiedlich zu nähern: Mit einer Einführung aus dem Off, aus Sicht jeder der fünf beteiligten Kulturen, historisch per Zeitleiste oder direkt hinein ins Kampfgetümmel. Hat man sich durch die diversen Informationsseiten und Bildleisten durchgeklickt – und sich vielleicht ein eigenes Bild der Geschichte gemacht – kann man dieses noch spielerisch testen und das Erlernte festigen. Eine Einführung für Lehrer sowie der Konzeptentwurf des gesamten Projektes sind ebenfalls transparent und übersichtlich abzugreifen.
Am Spannendsten meiner Meinung nach das eher implizite Wissen, das BesucherInnen der Seite vielleicht mitnehmen: Neben den vielen Facts&Figures wird klar, dass es nicht EINE Geschichte gibt, sondern, dass die Ereignisse von allen Beteiligten unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert wurde – dass also nur jede/r die eigene Geschcihte schreiben oder erzählen kann, ansonsten geht die Kolonisierung weiter.

Art Project von google

Donnerstag, 3. Februar 2011

Google lanciert ein neues Projekt: Per Street View durch Museen, auf der Suche nach Kunst, schlendernd durch die grossen, bekannten Häuser. Über 1000 Werke aus momentan 17 Museen können in guter Auflösung betrachtet werden, Infos zu den Arbeiten und die Künstler sind direkt ans Werk geheftet, weitere Arbeiten des Künstlers verlinkt. Jede Arbeit ist verschlagwortet, leider (noch) sehr rudimentär. Vielleicht gibt es ja bald die Möglichkeit, sowas wie ARTigo mit dem neuen Google Art Project zu verknüpfen, so dass das Projekt ein bisschen Dynamik erhält? Wäre auf jeden Fall zu wünschenswert. Momentan stellt sich mir die Frage, ob das Projekt längeren Atem haben wird, als beispielsweise die Dresden Gallery im Second Life? Leichter zugänglich scheint es allemal, der Schritt in ein weiteres Google-Tool ist einfacher als der ins Second Life. Alle Arbeiten, die grossaufgelöst zu sehen sind, sind nicht mehr copyrightgeschützt, die alten Fragen nach dem zur-Verfügung-Stellen von Werken bleiben bestehen, bearbeitbar und herunterladbar sind die Bilder selbstverständlich nicht. Ob weniger Menschen ins Museum kommen? Oder mehr? Es wird sich zeigen, ob die Möglichkeit, van Goghs Pinselstriche en detail zu sehen, neue BesucherInnen herbei lockt – oder nicht. Mein erster Eindruck: Einfach und gut aufgemacht, einzelne Bilder hochaufgelöst, jedoch statisch (in Bezug auf die Möglichkeiten, als User selbst etwas einzugeben), noch nicht mal eine Kommentarfunktion gibt es, wenn ich das richtig sehe – und in der Auswahl der Werke nicht besonders extravagant. Der Kanon wird bedient, sowohl in der Auswahl der Werke als auch in der Art der zur Verfügung gestellten Informationen. Aber vielleicht ein Schritt in die Richtung, das Sehen zu erleichtern?

Ask a curator

Samstag, 13. November 2010

Ein kurzes Lebenszeichen mit einem Hinweis auf einen Blog-Beitrag von Ausstellungen/Einstellungen, einer Platform Berliner Ausstellungsmacher und Kunstschaffender: Der im September über Twitter lancierte Event Ask a curator soll ab Februar 2011 offensichtlich eine grössere, anhaltendere (Platt-)Form erhalten. Mehr dazu auf dem Blogeintrag von Karla Kritik vom 10.11.10. In Kürze und in Ruhe auch wieder mehr von mir …

Partizipation

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Partizipation liegt bei Projekten im Web 2.0 grundsätzlich im Medium selbst verankert. Die Einwegkommunikation von Webseiten wurde überwunden durch die Möglichkeiten der Teilnahme, des Dialogs, des Kommentars. Nicht zuletzt erleichtert durch die technischen Möglichkeiten, die einfach und umfangreich grundsätzlich allen Webusern zur Verfügung stehen. Heisst, es wird nicht mehr nur konsumiert, sondern auch produziert. Doch ist das wirklich so? Neuste Studien zeigen immer wieder, dass wir von einer umfänglichen Interaktion im Web noch weit entfernt sind. Zwar gibt es einzelne Tools, auf denen Informationen fleissig hin- und hergeschoben werden, wie zum Beispiel Facebook oder YouTube. Doch sobald die Themen spezieller, die Herangehensweisen komplexer werden, sucht man teilweise nach der grossen Community, auf deren Feedback man es doch abgesehen hat. Der Kreis derer, die mitsprechen, ist häufig übersichtlich.
Wo und wie findet also wirkliche Partizipation statt? Partizipation bedeutet zunächst einmal Teilhabe, Teilnahme, Mitbestimmung. Dies setzt den Willen der Beteiligten voraus, sich einzulassen, sich auseinanderzusetzen und mitzureden. Es setzt aber auch die Orte voraus, an denen dies stattfinden kann. Dabei weisen Vermittlungsangebote zum Beispiel in Museen immer schon unterschiedliche Grade der Beteiligung auf. Von der One-to-Many-Konstellation in klassischen Führungen bis zu Initiativen, die Räume schaffen, an denen Neues ausprobiert werden kann und der Rahmen der Institution eventuell sogar verlassen wird.
Ein Beispiel für den Einbezug von BesucherInnen in die inhaltliche Gestaltung von Ausstellungen war 2008 ein Projekt des Hems-Museums in Harburg. Mit Hilfe eines Forums hatten BewohnerInnen und Interessierte die Möglichkeit, direkt auf die Positionierung des Hauses Einfluss zu nehmen: Grundsatzfragen im Hauptforum zu historischen Museen im Allgemeinen, zum Standort, zur Sammlung (digitale/analog), zur Frage nach Wechsel- oder Dauerausstellungen sind nur einige Aspekte, die dort aufgegriffen wurden. Welche Inhalte und Theme überhaupt gezeigt werden sollten, nahm einen eigenen Platz ein. Dabei entstand ein Themenkatalog, aus dem das Museum sicherlich noch heute schöpfen kann. Weiter ging es mit der Ausstellungsgestaltung: Von lesbaren Ausstellungstexten über den Wunsch nach Mitmachmöglichkeiten über den Einsatz von Multimedia bis hin zu szenografischen Entwürfen ist dort alles zu finden. Die Ergebnisse sollen in die Realisierung der Ausstellung zur Harburger Geschichte ab 2012 mit einfliessen.
Weitere Beispiele sind gerade aktuell auch auf dem audience+-Blog geschaltet, ein Blick darauf lohnt sich.