X-Positionen
Samstag, 2. Juli 2011Eine Tagung im Stapferhaus zu “Häuser der Gegenwart und ihr partizipatorischer Ansatz” führte unterschiedlichste Positionen, Beispiele und Ansätze zum Thema Partizipation zusammen. Eine erste Zusammenfassung wurde bereits von Axel Vogelsang auf dem audience+-Blog vorgestellt. Ich beschränke mich von demher darauf, kurz meinen eigenen Themeninput vorzustellen und das Thesenpapier zur Tagung X-Positionen bereit zu stellen.
Ich konnte einzelne Aspekte meiner Masterthese vorstellen und beschränkte mich auf Medienkompetenz, Partizipation und Wertschätzung. Immer wieder kam das Thema im Laufe der Tagung darauf, wie sich ein Museum den partizipierenden BesucherInnen gegenüber verhält resp. erkenntlich zeigt. Gute Ideen fehlen meiner Meinung nach in diesem Bereich immer noch.
Ein AHA-Erlebnis schien mir die Erleichterung mancher Museums-Leute, dass der Einsatz von Social Media nicht zwangsweise neue Besuchergruppen erreichen MUSS, sondern auch vorwiegend als Ausweitung des Museums in den virtuellen Raum betrachtet werden kann – mit neuen Räumen, Medien und Orten zum Bespielen – ohne krampfhaft Besucherzahlen messen zu müssen. Einig war man sich darin, dass es auch dafür konkreter Konzepte bedarf – Inhaltskonzepte verbunden mit Vermittlungs- und Gestaltungkonzepten.
Interdisziplinarität innerhalb der Häuser schien mir ein recht wichtiges Thema, das immer wieder aufkam: Ein Social-Media-Konzept kann immer nur Spiegel vorherrschender Verhältnisse innerhalb eines Hauses sein – Vielstimmigkeit ist auch dort nur möglich, wenn sie auch in der Museumsstruktur verortet werden kann.
Der potentiellen Ansprache neuer Besuchergruppen stand man skeptisch gegenüber – warum sollten sich Menschen, die sowieso nicht in ein Museum gehen, durch einen Facebook-Auftritt dazu verlocken lassen? Konkretere Informationen auch zum Aufwand spezifisch eine FB-Auftritts lassen sich dem Blog von Sebastian Hartmann entnehmen.
Das Thema Medienkompetenz und Accessibility schien noch zu weit weg zu sein: Mit der Vermittlung von Medienkompetenz sind nicht Basic-Programme im Bedienen von Computern gemeint, sondern spezifische Kenntnisse im Umgang einzelner Tool. Doch bis dahin ist der Weg wohl noch etwas weiter – vielen Museen scheint ein Beginn mit Facebook und Co. ausreichend – Medienkompetenz der BesucherInnen sollte in diesem Fall vorraussetzbar sein.
Zwei spannende, intensive Tage! Ich danke nochmals ganz herzlich dem ganzen Team vom Stapferhaus für die Organisation und die Gastfreundschaft und bin gespannt, wie das Thema auch auf dem Blog zum Partizipativen Museum weiterverhandelt wird!