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Tagung der MuseologInnen der Schweiz

Mittwoch, 30. November 2011

Auf einer Tagung der Museologinnen und Museologen der Schweiz zum Thema «Unbegrenzte Möglichkeiten! – Museum, Web 2.0 und die Grenzen der Realität» konnte ich einen Vortrag zum Einsatz von Social Media als Tools der partizipativen Vermittlung in Museen und Ausstellungen halten. Die Folien zum Vortrag sind online.

Netz macht Kultur

Mittwoch, 3. August 2011

Eine Zusammenfassung der Tagung Netz macht Kultur auf dem Blog zukunftkulturvermittlung schliest mit dem Hinweis, dass Kulturvermittlung zu professionalisieren sei – egal, ob im digitalen oder im analogen Bereich, da die Prinzipien dieselben seien. Ich pflichte Frau Mandel grundsätzlich bei, habe ja selbst in einem eigenen Blogbeitrag davon gesprochen, dass “nicht der Einsatz von partizipativen Medien [...] die Vermittlung partizipativer [macht], sondern die Einstellung der Beteiligten” und ein Umdenken der beteiligten Häuser notwendig ist. Dennoch würde ich gerne auf einen Bereich fokusieren, der digitale von analogen Medien doch noch mehr unterscheidet, und Relevanz auch für die Vermittlung hat: Die Transparenz, die durch den Einsatz von digitalen Tools forciert werden kann – Transparenz der musealen Strukturen, Transparenz der Wissensproduktion, Transparenz der Hierarchien – diese Transparenz, wenn vom Museum gewollt und eingesetzt, kann dazu führen, dass die Institution sich neu positioniert und sich beteiligt an Diskursen und Debatten. Dass das “Umdenken [in] der Unternehmenskultur“, von der Mandel spricht, nicht nur darin besteht, die Öffentlichkeit an der Institution partizipieren zu lassen, sondern selbst Teil der Öffentlichkeit zu werden und Kollaboration statt Partizipation zu initiieren. Vermittlung würde dann heissen, dass Museen aktiv teilnehmen am gesellschaftlichen Leben, zu Plattformen und Diskussionsräumen werden und Orte der Begegnung werden, an denen gesellschaftliche Bedingungen ausgehandelt werden können. Diese Entwicklung, die sich ganz vage vor allem im angelsächsischen Raum abzuzeichnen beginnt, kann durch einen überlegten Einsatz von Social Media und ein bewusstes sich Öffnen in digitalen Welten nur unterstützt werden.

X-Positionen

Samstag, 2. Juli 2011

Eine Tagung im Stapferhaus zu “Häuser der Gegenwart und ihr partizipatorischer Ansatz” führte unterschiedlichste Positionen, Beispiele und Ansätze zum Thema Partizipation zusammen. Eine erste Zusammenfassung wurde bereits von Axel Vogelsang auf dem audience+-Blog vorgestellt. Ich beschränke mich von demher darauf, kurz meinen eigenen Themeninput vorzustellen und das Thesenpapier zur Tagung X-Positionen bereit zu stellen.

Ich konnte einzelne Aspekte meiner Masterthese vorstellen und beschränkte mich auf Medienkompetenz, Partizipation und Wertschätzung. Immer wieder kam das Thema im Laufe der Tagung darauf, wie sich ein Museum den partizipierenden BesucherInnen gegenüber verhält resp. erkenntlich zeigt. Gute Ideen fehlen meiner Meinung nach in diesem Bereich immer noch.

Ein AHA-Erlebnis schien mir die Erleichterung mancher Museums-Leute, dass der Einsatz von Social Media nicht zwangsweise neue Besuchergruppen erreichen MUSS, sondern auch vorwiegend als Ausweitung des Museums in den virtuellen Raum betrachtet werden kann – mit neuen Räumen, Medien und Orten zum Bespielen – ohne krampfhaft Besucherzahlen messen zu müssen. Einig war man sich darin, dass es auch dafür konkreter Konzepte bedarf – Inhaltskonzepte verbunden mit Vermittlungs- und Gestaltungkonzepten.

Interdisziplinarität innerhalb der Häuser schien mir ein recht wichtiges Thema, das immer wieder aufkam: Ein Social-Media-Konzept kann immer nur Spiegel vorherrschender Verhältnisse innerhalb eines Hauses sein – Vielstimmigkeit ist auch dort nur möglich, wenn sie auch in der Museumsstruktur verortet werden kann.

Der potentiellen Ansprache neuer Besuchergruppen stand man skeptisch gegenüber – warum sollten sich Menschen, die sowieso nicht in ein Museum gehen, durch einen Facebook-Auftritt dazu verlocken lassen? Konkretere Informationen auch zum Aufwand spezifisch eine FB-Auftritts lassen sich dem Blog von Sebastian Hartmann entnehmen.

Das Thema Medienkompetenz und Accessibility schien noch zu weit weg zu sein: Mit der Vermittlung von Medienkompetenz sind nicht Basic-Programme im Bedienen von Computern gemeint, sondern spezifische Kenntnisse im Umgang einzelner Tool. Doch bis dahin ist der Weg wohl noch etwas weiter – vielen Museen scheint ein Beginn mit Facebook und Co. ausreichend – Medienkompetenz der BesucherInnen sollte in diesem Fall vorraussetzbar sein.

Zwei spannende, intensive Tage! Ich danke nochmals ganz herzlich dem ganzen Team vom Stapferhaus für die Organisation und die Gastfreundschaft und bin gespannt, wie das Thema auch auf dem Blog zum Partizipativen Museum weiterverhandelt wird!

"Social media is like teen sex…

Freitag, 24. September 2010

Everyone wants to do it. No one actually knows how. When finally done, there is surprise it’s not better.”
So ein Tweet von Avinash Kaushik, Webanalyst bei Google. Und so auch das Thema, dem sich eine Tagung am 24. September in der ZHdK widmete. Ausgerichtet wurde sie von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und bot unter dem Titel “The Audience is the message” den gut 100 TeilnehmerInnen aus Kunst, Kulturunternehmen und -institutionen einen Einblick in den aktuellen Stand der Dinge im deutschsprachigen web 2.0.
Gleich zu Beginn polarisierte der launige Medienwissenschaftler Klaus Siebenhaar aus Berlin den Bereich der social media, indem er einerseits den neuen Tools das Potential zusprach, alte Kulturtechniken neu aufzugreifen und zu bearbeiten, den Usern jedoch zu viel “Fernsehmentalität” unterstellte, um wirklich aktiv am Mitmachnetz teilzunehmen (ARD/ZDF-Online-Studie 2010). Dennoch könnten insbesondere kleinere Häuser vom digitalen Wandel profitieren – wobei wirkliche Partizipation seiner Meinung nach nicht stattfinde. Diese Meinung bestärkte er während der Podiumsdiskussion am Ende der Veranstaltung nochmals, wobei er hier stärker ein Augenmerk darauf legte, dass Hierarchien und Fragen nach Autorschaft und Partizipation im Netz stets nur so beantwortet werden können wie auch “in echt”, heisst: Möchte eine Insitution keine ausgeprägte Beteiligung der BesucherInnen, dann ändert daran auch der Einsatz von social media nichts. Dennoch endete Siebenhaar seinen Vortrag mit einer erfrischenden Geschichte eines kleinen Blumenladens in Berlin, der auf Grund von “Respect – Empower – Include” (also Kommunikation auf Augenhöhe – Ermächtigung zur Mitsprache – Einbindung) mit Hilfe eines web 2.0-Projektes gerettet werden konnte.
Stärker marktwirtschaftlich ausgerichtet war der nächste Vortrag von Helge Kaul, Herausgeber einer Studie zu “Social Media Marketing in Kunst und Kultur”, die direkt auf der Homepage der ZHAW bestellt werden kann. Er beschäftigt sich dort insbesondere mit den Fragen, wie intensiv deutschsprachige Kulturanbieter social media einsetzen und ob sich dadurch ein Erfolgsbeitrag im Marketing nachweisen lässt.
Und zum Glück gab es vor der Mittagspause noch einen Blick in die Praxis: Axel Vogelsang und Bettina Minder aus Luzern erarbeiten aktuell mit audience+ einen Leitfaden für Museen im web 2.0, der hoffentlich nächstes Frühjahr als Ergebniss eines partizipativen Prozesses direkt bei audience+ einsehbar sein wird. Man darf gespannt sein. Der Blog von audience+ sowie die bei der Tagung vorgestellten Workshops mit Museen zu Grundlagen, Marketing, Vermittlung, Partizipation und Wissensmanagment im social web sind äussert engagiert und lassen auf einen reflektierten und spannenden Leitfaden/Fragebogen/Blog/… für den musealen Umgang mit social media hoffen.
Ähnlich die Thematik, doch ganz anders der Ausgangspunkt von Stefan Häfliger von etoy.CORPORATION (is art and invests in art). Die Sicht der Künstlerfirma, Aktiengesellschaft, corporate sculpture auf Kunst und die Welt geschieht vor allem unter fünf Gesichtspunkten: Begrenzung, immateriellem Wert, Dokumentation, Autorschaft und Beteiligung. Diskussionen darüber, welchen Unterschied es für Kulturinstitutionen macht, wenn sie “am Netz ziehen und nicht am Seil” folgten, waren hitzig und von oft ähnlichen Ängsten, Hoffnungen und Erwartungen begleitet: Kapazitäten, Deutungshohheit, Fragen nach dem Zielpublikum.
Diese Aspekte wurden auf der folgenden Podiumsdiskussion zum Teil erneut aufgegriffen und sicherlich nicht abschliessend geklärt. Ich möchte sie kurz und assoziativ zusammenfassen mit ein paar Zitaten, Fragen und Anmerkungen, die mir symptomatisch für die Tagung sowie den aktuellen State of the Art im deutschsprachigen Raum erscheinen:

Nutzung des web 2.0 – Zusatz zum eigentlichen Programmes oder mit eigenem, kohärentem Konzept?

Alle digitalen Angebote sind nur so gut, wie das Haus selbst, resp. seine sonstigen Angebote.

Ohne content macht auch das beste Tool keinen Sinn.

Problematisch erscheint der Einsatz von social media weiterhin bezüglich Fragen nach Autorschaft und Kontrolle.

Im Kontollverlust liegt Versprechen.

Jedes neue Medium schafft ein neues Rezeptionsverhalten.

Lust an der Kommunikation. Schwächen und Fehler dürfen passieren.

Häufig hindert eine starke Zielorientierung den Einsatz von web 2.0 Tools, die sich stärker im Prozesshaften verorten lassen.

Der Zauber, der in Live-Aufführungen steckt und dadurch im Ergebniss, ist ein starkes Argument für Kultureinrichtungen. Dieser Zauber kann so im Netz nicht erzielt werden.

Experten sind nicht mehr exklusiv!

Bei dieser vielversprechenden und optimistischen Aussage musste ich leider aufbrechen, habe aber sehr viel mitgenommen aus dem heutigen Tage und hoffe auf einen weiterhin regen Austausch im, über und durch das Netz.

P.S.: Und, mein ganz persönlicher Nachtrag: Dem social web wohnt doch einfach auch immer ein subversives Element inne, das man doch auch mal überlegen könnte, stärker ein- und auszubauen. Oder nicht?

stART-conference ist beendet

Montag, 13. September 2010

Leider konnte ich nicht dabei sein – aber die Berichte dazu sind spannend und allen, die sich für das Potenzial des web 2.0 im kulturellen Bereich interessieren, sind die Zusammenfassungen auf startconference und audience+ ans Herz zu legen. Nach Sichtung der Beiträge werde ich auf einzelne Standpunkte hier weiter eingehen. Viel Spass und herzlichen Dank für die vielen Infos!