Artikel-Schlagworte: „Vermittlungstools“

Trotzdem: Der Versuch einer Systematisierung von Web 2.0 Tools für die Vermittlung

Sonntag, 17. Juli 2011

Entgegen meiner in der Masterarbeit Mehr Partizipation durch Social Media? Museale Vermittlung und das Partizipative Web vertretenen Meinung, dass „nicht die Form, sondern der Inhalt [...] aus­schlaggebend“ ist, versuche ich mich im Folgenden dennoch an einer Art Systematik, um die vielen Tools, die auf dem Markt sind, die unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen und für äus­sert verschiedene Zwecke eingesetzt werden, auf ihre Eignung als Medien der musealen Vermitt­lung hin zu prüfen.

Ich stelle einen ersten Entwurf hier zur Diskussion und würde mich sehr über Kommentare, Kritik, Beiträge sowie natürlich Vorschläge zur Zusammenarbeit freuen!

P.S.: Das ist alles noch sehr rudimentär, inhaltlich wie auch gestalterisch. Es ging mir mehr darum, eine Visualisierung zu versuchen, um Museumsleute auf den vielfältigen Einsatz aufmerksam machen zu können. Ausserdem kann man so schön sehen, wo noch Handlungsbedarf besteht!

Lernen (auch) im virtuellen Museum. Oder: Selbermachen lehrt!

Montag, 7. März 2011

Das Exploratorium in San Francisco ist ein Museum für Wissenschaften, Kunst und unsere Wahrnehmung – und dies nicht nur innerhalb des Museumsmauern. Neben den vielfach interaktiven Ausstellungsstücken im Haus selbst, an Hand derer die BesucherInnen in die Geheimnisse der menschlichen Wahrnehmung, der Physik und Mathematik eingeführt werden, ergänzt eine Unmenge an Websites die Museumsinhalte. Per Film, Bau- oder Bastelanleitung, Spiel oder durch den virtuellen Museumsbesuch im Second Life erfahren die BesucherInnen nicht nur, warum sich unser Gesang in der Dusche so viel grandioser als in der Küche anhört oder wie eine Oper aufgebaut ist, auch wie der Maya-Code entschlüsselt wird , ein Bild aus Licht hergestellt werden kann oder welches das beste Rezept für Seifenblasen ist und warum, ist zu erfahren. Ein grandioser Streifzug durch die Welt der Sinne nicht nur für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, sondern auch für Künstler, Wissenschaftler, Museumsleute oder – ganz einfach Neugierige!

Digital Audience: engagement with arts and culture online

Sonntag, 27. Februar 2011

Eine Bericht und eine Auswertung von Internetnutzung in Bezug auf kulturelle Aktivitäten vom November 2010. Die Zahlen sind beeindrucken: über 50% der Online-Bevölkerung hat das Internet in den letzten 12 Monaten auch zu kulturellen Zwecken genutzt. Die Art und der Weise der Nutzung ging von Informationsbeschaffung zu kulturellen Events über Ticketkauf zu Lernen und Erfahrungen sammeln über Teilen bis hin zum Produzieren von kulturellen Inhalten im Netz. Der ausführliche Bericht ist unter anderem beim Arts Council downloadbar.

ArtBabble

Donnerstag, 28. Oktober 2010

“ArtBabble was created so others will join in spreading the world of art through video.” Initiiert vom Indianapolis Museum of Arts ist ArtBabble eine Plattform, die Gespräche über Kunst per Videos, Blog und Twitter zusammenführt. Aus momentan 27 Museen werden regelmässig Videos zu einzelnen Werken, Werkgruppen, Künstlen oder sonstigen Aktivitäten hochgeladen und so gezielt tiefere Einblicke in Sammlungen und Tätigkeiten von Museen gegeben. Zu jedem Video werden zusätzliche Extra-Informationen zu Technik, Hintergrund und vielem mehr angeboten. Registrierte User haben die Möglichkeit, sich via Blog, Facebook und Twitter zu äussern.
Grundsätzlich eine schöne Seite, die Informationen zu Kunst übersichtlich bündelt und weiterverknüpft. Gleichzeitig bleibt die Plattform jedoch sehr in ihrem eigenen Zirkel. Es sprechen Museumsleute, Künstler für Museen über ihre Kunst. Videos können nur von Institutionen mit deutlichem Kunstbezug hochgeladen werden, einzelne Künstler oder Privatpersonen haben keine Möglichkeit, selbst Content zu generieren. Ihnen bleibt nur die Möglichkeit, sich dazu zu äussern. Doch als E-Learning-Tool spannend und informativ. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Kreis der präsentierten Museen ausdehnt auch auf Häuser, die sowohl örtlich als auch inhaltlich nicht auf den ersten Blick zu den üblichen Verdächtigen gehören.

MAI-Tagung in Nürnberg: Beiträge online!

Donnerstag, 26. August 2010

Eine Tagung in Nürnberg hat sich im Mai dem Thema Museums and the Internet angenommen. Inzwischen sind fast alle Beiträge online einsehbar. Die dieses Jahr zum 10. Mal stattfindende Tagung bot einen breitgefächerten Überblick über den – meist deutschsprachigen – Stand der Dinge. Ein grosser Teil der Vorträge beschäftigte sich mit den Chancen aber auch Problemen digitaler Sammlungserschliessungen wie z. B. dem Marburger Bildarchiv oder der Europeana. Stark partizipativen Charakter im Umgang mit Sammlung und Ausstellung zeigten zwei eher kleine Museen auf: Das virtuelle Museum “Haller Zeiträume“, das ein 1925 abgerissenes Haus “bewohnt” und an Hand von Objekten, die meist von BürgerInnen zur Verfügung gestellt wurden, grosse Weltgeschichten im Kleinen thematisiert. Und das Leipziger Stadtgeschichtliche Museum, das nicht nur, aber auch, die Dinge im Netz veröffentlicht, die es nicht mehr besitzt – und dank spitzfindiger BesucherInnen das eine oder andere Objekt wieder ausfindig machen konnte. Mit dem Ausstellen des Nicht-Ausstellbaren beschäftigt sich auch das Jüdische Museum Berlin, das – neben einem grossen Programm für BesucherInnen – in Online-Schaukästen das bespricht, was sie nicht zeigen – was nicht nur einen feinfühligen Umgang mit den Exponaten, sondern auch einen stark selbstreflexiven in Bezug auf die Autorschaft des Museum aufweist. Insbesondere hier wurden auch die Probleme von social web Medien offensichtlich: Nicht alles, was in Blogs, auf Freundschaftsseiten oder über Tags an das Museum herangetragen wird, kann und möchte von diesem öffentlich publiziert werden. Tags im positiven Sinne wurden dahingegen bei ARTigo angesprochen. Dabei handelt es sich um ein Spiel, das Bilder der kunsthistorischen Datenbank der Uni München zur Verschlagwortung bereit hält – zwei gleich vergebene Schlagworte bekommen Punkte und werden in die Datenbank eingepeist (und Highscores werden zusätzlich belohnt *)). Die Bandbreite ist enorm, die Unterschiede zwischen den einzelnen Häusern auch – einig war man sich wohl vor allem darüber, dass es keinen allgemein gültigen Masterplan für den Einsatz von web 2.0-tools gibt – die Bedürfnisse und auch die Kapazitäten der verschiedenen Häuser sind dann doch zu unterschiedlich. Anyway: Ich bin gespannt, was die nächsten Tagungen an spannenden und nachahmenswerten Ideen so bringen und werde weiter berichten … !